Wege zur Wohnstadt:

10-Schritte-Programm

 

1. Ein Zwischennutzerprogramm auflegen. Leerstand bekämpfen.

 

Zwischennutzung bedeutet, eine zeitlich befristete Nutzung für aktuellen Leerstand dadurch zu ermöglichen, dass die Konditionen vom Marktüblichen abweichen. Das Prinzip lautet: „Günstiger Raum" gegen „befristete Nutzung". Der Vorteil ist dreierlei: Erstens findet sich Raum für den Nutzer, der meist eine kreative Idee hat und diese nun umsetzen kann, zweitens entstehen Einnahmen für den Vermieter sowie eine Sicherung seines Eigentums durch Nutzung (Vandalismusschutz etc.) und drittens hilft es der Stadtentwicklung, wenn leere Fenster plötzlich wieder mit Licht gefüllt sind. Ich will, dass die Verwaltung als Mittler zwischen privaten Eigentümern und Nutzern auftritt und so entschlossen den Leerstand bekämpft.

 

 

2. Grün, sauber, schön. Das Wohlgefühl stärken.

 

Altenburg ist schön. Damit das alle auf den ersten Blick sehen, gilt es entschlossen an der Qualität der Infrastruktur – den Wegen, Straßen und Plätzen – und der allgemeinen Sauberkeit und Ordnung zu arbeiten. Eine einfacher Mängelmelder kann komplizierten Meldewegen Abhilfe schaffen, wenn Anwohnerinnen und Anwohnern Probleme, wie etwa Schlaglöcher oder kaputte Bänke auffallen.

Unsere Parkanlagen und die Stadt insgesamt gilt es konsequenter sauber zu halten. Der Frühjahrsputz, der von einigen schon gemeinschaftlich betrieben wird, sollte städtisch und in Zusammenarbeit mit Vereinen und Initiativen verstetigt werden, damit auch die, die ihren Müll derzeit achtlos fallen lassen, einen regelmäßigen Fixpunkt im Jahr haben, an denen ihr Bewusstsein für unsere Stadt gestärkt wird.

 

 

3. „Hier ist es schön!“ - Eine Neubürgerkampagne starten.

 

Altenburg hat viel zu bieten. Erzählen wir anderen davon. Im Wettbewerb mit den anderen Mittelzentren oder Kleinstädten um Zuzug braucht Altenburg sich nicht zu verstecken. Bei uns finden gerade Familien, aber auch Studierende und junge Unternehmer alles, was sie suchen. Mit einer gezielten Neubürgerkampagne will ich auf Altenburg als Wohnstadt aufmerksam machen. Dazu sind eine neue Website, Auftritte in den sozialen Netzwerken und die Zusammenarbeit mit einer erfahrenen Agentur notwendig – Ausgaben, die sich mit jedem Umzug auszahlen werden.

 

 

4. Vielfältige Wohnformen schaffen. Selbstnutzerprogramm auflegen.

 

Die Wohnwünsche sind heute so verschieden wie die Lebensentwürfe der Menschen. Ob Mietwohnung, Reihenhaus, Eigenheim mit Gartengrundstück, Stadthaus oder Mehrgenerationenwohnen mit Einliegerwohnung – wir müssen, auch mit unserer kommunalen Tochter SWG, am Mix der Wohnformen und Wohnmöglichkeiten arbeiten. Vielfalt ist anziehend. So gilt es auch die Potenziale beim Rückbau zu nutzen und etwa gestaffelte Geschosse zu prüfen. Auch die historischen Gebäude bieten ein großes Potenzial, wenn sie weitsichtig und mit Blick auf den Erhalt des historischen Wertes wohnbar gestaltet werden.

 

Mit einem Selbstnutzerprogramm kann zudem an der Sanierung von Altbauten gearbeitet werden. Käufer schließen sich – moderiert und unterstützt von der Stadt – zu Käufergruppen zusammen, um in Eigenregie eine Sanierung mit dem Ziel der eigenen Nutzung durchzuführen. Durch Informationsveranstaltungen, Besichtigungsfahrten, Käufergruppenbildung sowie der Beratung zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten kann Altenburg Interessierte bündeln und unterstützen.

 

Mit Eigenheimgrundstücken in verschiedenen Lagen – gerade auch in den Ortsteilen – kann man zum ausgewogenen Mix der Quartiere beitragen. Dabei ist es wichtig, dass die Verwaltungsabläufe zügig ablaufen. Wer lange warten muss, baut woanders.

 

 

5. Kleingärten als Potenziale stärken. Ran an die Naturfreunde!

 

Eine Warteliste für Kleingärten kennen die Altenburger nicht, die Umzugswilligen aus den Großstädten jedoch schon. Unsere grünen Lungen sind ein einzigartiges Potenzial – für Menschen auf der Suche nach Natur, für Vereine, die eine Fläche für den Sommer suchen, für Tageseltern, die keinen Garten haben, für Neuankömmlinge, die Freunde suchen. Es gilt, das wegweisende Kleingartenkonzept konsequent umzusetzen und Kleingartenanlagen bei einer nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen.

 

Freigelenkte Flächen bieten uns ein großartiges Potenzial in idealen Lagen. Gleichzeitig bleibt der Satz leitend: Wer in Altenburg einen Kleingarten haben will, soll einen bekommen. Ein Überangebot an kleinen Paradiesen darf es jedoch nicht geben.

 

 

6. Gutes Leben. Unsere (soziale) Infrastruktur stärken.

 

Kitas, Schulen, moderne Sportstätten, Senioren- und Jugendclubs – all das und noch einiges mehr gehört zur sozialen Infrastruktur, die unsere Stadt lebenswert macht. Die ausreichende Versorgung mit Kita-Plätzen, die Schulträgerschaft der Stadt, die moderne Ausstattung der Schulen, die verlässliche Bereitstellung von Räumen für Ehrenamt, für Aktive und Kreative jeden Alters ist wichtig, damit unsere Stadt für alle geliebte Heimatstadt bleiben und für noch mehr Menschen werden kann. Vereine und ehrenamtliche Initiativen müssen wir zudem dabei unterstützen, mit dem sinkenden Zeitbudget der Ehrenamtlichen umzugehen.

 

Wenn wir für Pendler attraktiv werden wollen, gilt es auch auf veränderte Anforderungen zu reagieren. Kita-Schließzeiten können Tageseltern abfedern, bei der Suche nach ersten Kontakten und Orientierung muss die Verwaltung Partner sein. Die moderne Arbeitswelt mit HomeOffice-Tagen und Video-Konferenzen kann nur funktionieren, wenn in Altenburg überall schnelles Internet zu haben ist.

 

 

7. Service-Gedanken in der Verwaltung: Einfaches Ankommen & glückliches Leben.

 

Wo bekomme ich gelbe Säcke? Welche Vereine gibt es hier? Wo gibt es den nächsten Kinderarzt? All das sind Fragen, die Zugezogene umtreiben. Mit einem Willkommenspaket will ich den Start derer, die zu uns kommen erleichtern. Aber auch die Menschen, die bereits hier leben, haben oft Fragen, wenn sich ihre Lebenssituation ändert. Mit klaren Behördenwegweisern, einer übersichtlichen Infrastruktur und einer Verwaltung, die den Weg ins 21. Jahrhundert entschlossen geht, will ich wieder näher an den Bürger und seine Bedürfnisse rücken. Dabei ist auch die offene und kooperative Zusammenarbeit mit den Umlandgemeinden und dem Landkreis zentral.

 

 

8. Kunst und Kultur als Standortfaktor begreifen.

 

Altenburg ist voller Leuchttürme. Am Schlossberg, aber nicht nur dort, drängen sich kulturelle Höhepunkte dicht beieinander. Über diese müssen wir wieder stolz sprechen und gemeinsam mit den Partnern in den Umlandgemeinden, im Landkreis, in Land und Bund an der Stärkung arbeiten. Dabei geht es nicht nur um Depotflächen, Barrierefreiheit und die Vermarktung einzelner Events, sondern um die ganzheitliche Entwicklung unserer Kulturlandschaft sowie das attraktiv werden für die freie Szene. Kulturpolitik ist Stadtpolitik – Kunsträume sind oft Pionierräume für die Entwicklung ganzer Quartiere. Diese Chancen will ich nutzen.

 

 

9. Kontakte in die Metropolregion verstetigen.

 

Wir sind so nah – nah an so vielen Städten, die nicht nur Potenziale für den Zuzug bedeuten, sondern auch für Kooperationen – sei es in wirtschaftlichen, touristischen, kulturellen oder ganz anderen Belangen. Meine Kontakte nach Chemnitz, Zwickau und Leipzig, mein politisches Netzwerk und meine Offenheit für alle Partner, ganz unabhängig vom Parteibuch, will ich nutzen, um Altenburg als schöne und starke Stadt in der Metropolregion zu etablieren.

 

 

10. Bürger ernst nehmen.

 

Eine Stadt ist wie ein Puzzle. Ein schönes Bild entsteht nur, wenn sich die Teile ineinanderfügen und ergänzen. Gemeinsam mit Ihnen will ich künftig – offen und zielstrebig – über die Entwicklung unserer Stadt und ihrer Quartiere sprechen. Bürgerbeteiligung garantiert nicht, dass am Ende alle Wünsche erfüllt werden. Ein demokratischer Prozess beinhaltet immer auch den Kompromiss. Ein neuer Stil, eine offene Kommunikations- und Informationspolitik, ein Bürgerhaushalt und regelmäßige Einwohnerversammlungen garantieren jedoch, dass Sie sich wieder gehört fühlen. Sie sind die Botschafter dieser Stadt. Sie leben hier – Sie werden gehört.