Der Regionalverband Altenburger Land der Kleingärtner e.V. hat gefragt, ich habe geantwortet: 

 

1. Werden Sie das innerstädtische Entwicklungskonzept Kleingartenwesen, den

Generalpachtvertrag und die Förderrichtlinie nach 2020 voll umfänglich weiterführen?

 

Die Antwort ist kurz: Ja. Denn Entwicklungskonzept, Generalpachtvertrag und

Förderrichtlinie sind die drei Säulen der nachhaltigen und damit zukunftsorientierten Entwicklung unserer Kleingärten und damit unserer grünen und lebenswerten Stadt.

 

Für mich ist der Satz leitend: Jede und jeder, der in Altenburg einen Kleingarten haben möchte, soll auch einen bekommen. Es darf jedoch kein Überangebot geben, denn dieses Überangebot lähmt die Vereinsstrukturen und schadet dem Kleingartenwesen insgesamt. Eine Anlage ist stets nur so gut, wie ihre Nutzerinnen und Nutzer sie machen. Aber das gilt nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Kein noch so aktiver Arbeitseinsatz kann auf Dauer gegen leere Gartenparzellen ankommen. Kleingärten sind kleine Paradiese. Die Stadt trägt Verantwortung dafür, dass diese weiter gedeihen, denn ein Kleingarten ist mehr als ein Teil der grünen Lunge einer Stadt. Ein Kleingarten ist auch Begegnungsstätte, die Chance für jeden, gerade auch Menschen ohne Eigenheim, ein Stück Scholle zu bewirtschaften und eine Pflanze beim Gedeihen und Wachsen zu begleiten. Ein Kleingarten ist Teil des sozialen Kits und gerade hier in Altenburg auch Teil des Bürgerstolzes. In sechs Bundes-wettbewerben war Altenburg immer vertreten. Das ist die Leistung vieler engagierter Menschen, die es zu fördern und zu unterstützen gilt. Ich will den bestehenden verlässlichen Kurs fortsetzen.

 

 

 

2. Welche Schwerpunkte sehen Sie für das Kleingartenwesen der Stadt Altenburg?

 

Drei Punkte sind für mich zentral: Erstens die gesunde Entwicklung von Angebot und Nachfrage, Stichwort Leerparzellenmanagement und Kleingartenparks. Zweitens: Die Stärkung der Vereinsarbeit, Stichwort Ehrenamt und drittens die Kommunikation unseres grünen Potenzials, wenn es um die Gewinnung neuer Altenburgerinnen und Altenburger geht, Stichwort Zuzug. Das Leerparzellen-management muss konsequent fortgesetzt werden. Es ist ein zukunftsweisender Weg, der Anlagen gesünder und gleichzeitig dringend benötigte Flächen verfügbar macht. Dabei gilt es weiterhin dialogisch vorzugehen. Niemand wird verdrängt, niemand wird vor vollendete Tatsachen gestellt – aber alle sind gesprächsbereit, denn wir alle haben ein Ziel: Zukunftssichere Kleingartenanlagen, die für alle ein Gewinn sind und bleiben. Hierbei gilt es auch die Zusammenschlüsse von einzelnen Anlagen zu Parks zu unterstützen. Ein Weg, der auch für den zweiten Punkt –

die Vereinsarbeit relevant ist. Eine Kleingartenanlage bedeutet nicht nur Arbeit hinter'm Gartenzaun auf dem je eigenen Stückchen Glück, sondern auch gemeinschaftliche Vereinsarbeit. Es gilt die Ausgaben im Blick zu behalten, Versammlungen zu organisieren, sich um Strom- und Wasserabrechnungen und vieles mehr zu kümmern. Welche Herausforderungen eine Anlage meistern muss, wissen Sie alle besser als ich. Immer weniger und älter werdende Ehrenamtler müssen sich diese vielen Aufgaben teilen. Durch das Zusammenschließen zu Kleingartenparks wurde schon viel erreicht und es ist ein Weg, den ich für nachhaltig halte. Auch den Weg der Qualifizierung der Ehrenamtler müssen wir weitergehen, denn ein Vorstandsposten bedeutet auch Verantwortung, die

man nicht unvorbereitet schultern kann.

 

Die Stadt muss stets Partner der Kleingartenvereine sein. Mir ist Dialog auf Augenhöhe wichtig, regelmäßiger Austausch und die klare Vereinbarung gemeinsamer Ziele. Das Kleingartenwesen ist ein zentraler Bestandteil unserer schönen Stadt. Es gilt gemeinsam gesund zu schrumpfen und die Potenziale in den Fokus zu rücken. Gerade im Wettbewerb mit den anderen Wohnstandorten ist die Verfügbarkeit von Kleingärten in gepflegten Anlagen ein Pfund, mit dem man wuchern kann und muss. Ich kenne aus meiner Herkunftsstadt noch die Wartelisten. Es ist also durchaus ein relevanter Standortfaktor, ein solches grünes Band aus Anlagen in der Stadt zu haben. Es gilt diese Stärke stolz zu betonen.

 

3. Wie werden Sie das Kleingartenwesen unterstützen?

 

Durch Dialog auf Augenhöhe, Verlässlichkeit und eine enge Zusammenarbeit mit dem Regionalverband. Der Oberbürgermeister ist hier zurecht geborenes Mitglied, denn der Regionalverband bietet die institutionalisierte Schnittstelle zwischen Kommune und Gartenfreunden. Es war mir gleich zu Beginn meiner Kampagne wichtig, das Gespräch mit dem Regionalverband zu suchen und es wird mir auch als Oberbürgermeisterin eine Verpflichtung und Herzenssache sein, den guten Kontakt zu pflegen und weiterhin gemeinsam verlässlich für das Kleingartenwesen aktiv zu werden. Die Teilnahme an Mitgliederversammlungen ist für mich daher genauso selbstverständlich wie das offene Ohr in den Sprechstunden des Oberbürgermeisters.

 

Zudem werde ich daran festhalten, einhundert Prozent der Einnahmen aus dem Generalpachtvertrag wieder an die Kleingärten zurück zu geben. Dabei will ich an den drei bestehenden Säulen festhalten, die helfen unsere Anlagen nachhaltig zu entwickeln. Es soll also weiterhin Mittel für investive Maßnahmen geben, die der Verschönerung der Anlagen dienen und somit deren Attraktivität steigern. Die zweite Säule ist der Zuschuss für die professionelle Bürobetreibung mit einer hauptamtlichen Stelle, denn auch die Stadt profitiert davon, wenn der Generalpacht-vertrag hauptamtlich im Regionalverband selbst verwaltet wird. Die dritte Säule besteht aus den Mitteln, die für den Rückbau genutzt werden. Im Rahmen des Leerparzellenmanagements können so Flächen aus dem Generalpachtvertrag herausgelöst werden und stehen so künftig für andere Zwecke, wie Eigenheim-standorte oder zur Renaturierung zur Verfügung. Ich halte diesen Weg für

zukunftssicher und will ihn in der bestehenden Form fortschreiben.